Für 450 bis knapp unter 500 Euro kann der Mini-Notebook Freund dieser Tage den
Samsung N310 erstehen. Geht es nach Samsung, so haben wir es mit einem 10-Zoll Mini der Extraklasse zu tun. „Innovatives Design und Spitzentechnologie“ – so lauten die wesentlichen Schlagworte des Hersteller-Marketings.
Voller Ehrfurcht holten wir uns das N310 in die Potsdamer Redaktion. Die
Meinungen waren so
vielschichtig wie das Gerät selbst: hässlich, meinte die Praktikantin; ganz hübsch, meinte der Gaming-Redakteur; schlüssiges Design, meinte der Chefredakteur. Selbst unser Skeptiker vom Dienst Daryush zeigte sich überraschend wohlwollend.
Schauen wir uns die Konfiguration an. Spitzentechnologie können wir dort nicht entdecken. Wohl aber die soliden Basics der Netbook-Familie. Seit dem Rechtsstreit zwischen Intel und Psion Teklogix um den Markennahmen Netbook nannte Samsung seine Minis konsequent Mini-Notebook.
Samsung Mini-Notebook Samsung N310-@nyNet N270 MBT
- Intel Atom
N270 (1.6 GHz)
-
1 GByte DDR2-Arbeitsspeicher
-
160 GByte SATA-Festplatte (5400 rpm)
- Intel GMA 950 OnBoard-Grafik
-
10,1-Zoll WSVGA LED Panel (1024x600 Pixel)
- 3x USB, Webcam, Kartenleser, VGA, Audio-Ports
- WLAN b/g, Bluetooth 2.0
- Microsoft Windows XP Home (SP3)
-
Preis: 450 bis 500 Euro
Link: Details im Datenblatt Samsung N310
Nicht erst seit kurzem weiß die Redaktion: Testsiegel spielen keine Rolle, Netbooks verkaufen sich nach Optik. Bestes Beispiel: HP Mini 1099eg Vivienne Tam. Schlechte Lackierung, überteuert und miese Laufzeit – doch der Mini verkauft sich wie geschnitten Brot.
Link: Hands-On: HP Mini 1099eg Vivienne Tam
Samsung lernt daraus: Die
Leute wollen auffallen, graue Massenware ist out. Das Samsung N310 bedient genau diese Kunden. Man kann den Mini lieben oder hassen. Aber wer ihn liebt, der kauft ihn auch.
Geschlossen macht das
Gehäuse einen stimmigen Eindruck. Die runde Form wird an keiner Stelle aufgebrochen. Lediglich die USB- und VGA-Ports wirken wie Aliens auf dem Bauernhof.
Angenehm ist die
matte, leicht gummierte Oberfläche. Hier bleiben keine Fingerabdrücke zurück. Der Nutzer kennt die Oberfläche von Mobiltelefonen, die
rutschfest in der Hand liegen sollen.
Der
bündige Abschluss von Deckel und Chassis sorgt dafür, dass keine Fremdkörper unter das Display rutschen. Eine Tasche liefert Samsung nicht mit. Aus gutem Grund, das N310 hat eine so
robuste Oberfläche, es verschwindet einfach so um Rucksack.
Die
Scharniere öffnen leicht, der Tester benötigt nur eine Hand. Komplett auf 180 Grad Öffnen lässt sich das Gerät nicht, bei zirka 130 Grad ist Schluss. Dieser Winkel reicht gerade aus, um beim Betrieb auf dem Schoß den besten Blickwinkel zu erwischen.
Das kleine Gehäuse kommt in einer ausreichenden
Steifheit daher. Lediglich der flache Akku bewegt sich in seiner Arretierung, wenn wir mit beiden Händen das Chassis verwinden. Der Deckel ist dank der rahmenlosen Konstruktion sehr stabil – robuster als bei anderen Netbooks, die wir kennen.
Doch wollen wir es nicht übertreiben. Samsung bietet uns ein
gut gebautes Netbook, das dem Anspruch „schnell in den Rucksack werfen“ gerecht wird.