Das mit rund 1,1 Kilogramm ultraleichte Samsung Q30 Jamie ist ein vollwertiges Notebook auf Basis von Intels erster Centrino-Technologie. Seine Vorzüge liegen im sehr geringen Gewicht und den ultrakompakten Abmessungen. Als weiteren
Samsung Q30 Jamie: Ein sehr schlankes Design zeichnet...
Pluspunkt kann der Notebookknirps ein mit fast 146 cd/m² recht helles 12,1-zölliges Display mit einer Auflösung von 1.280 x 768 Pixeln verbuchen. Das Display ist andererseits aber auch inhomogen ausgeleuchtet und weist eine deutliche Farbstichigkeit in Richtung der Farbe Blau auf.
Ein optisches Laufwerk findet sich beim Samsung Q30 Jamie nur als externe Lösung, das bei Bedarf das Handgepäck mit zusätzlichen 0,33 Kilogramm belastet. Die Akkulaufleistung ist mit gerade einmal 2 Stunden für einen Ultraportable mit hohem Nutz- und Mobilitätsfaktor schlichtweg indiskutabel. Der praktische Nutzwert des Samsung Q30 Jamie wird aber auch durch eine magere Hauptspeicherausstattung mit lediglich 256 MByte Kapazität und die recht kleine Festplatte mit 40 GByte Kapazität begrenzt.
Wer das RAM und die Festplatte aufrüsten und einen leistungsstärkeren Akku hinzukaufen will, sollte aber kühl nachrechnen – schnell findet man sich in Preisregionen von
...das kleine und extrem leichte Ultraportable von Samsung aus.
weit über 2.000 Euro wieder. In dieser Preisregion ist auch das schnellere Sony Vaio VGN-T2XP/S angesiedelt, das aber eine hochwertigere Tastatur und einen geringfügig schnelleren Prozessor mit 1,2 GHz integriert, aber nur ein 10,6-Zoll-Display bietet.
Das Samsung Q30 Jamie eignet sich mit Abstrichen bei der Mobilität als ultraleichte Reisebegleitung für Gutbetuchte. Oder anders ausgedrückt: Ein schickes Hightech-Spielzeug für Frauen, die Männer erfolgreich beeindrucken wollen.
Q30 vs. Q30 Jamie – wo ist der Unterschied?
Das Samsung Q30 Jamie ist der kleine Bruder des echten Q30, das einige Monate nach der Produktankündigung des Q30 nachgeschoben wurde. Anscheinend
Samsung Q30 Jamie: Mit knapp über einem Kilo eines der leichtesten Notebooks.
verkaufte sich das mehr als 3500 Euro teure Q30 so schlecht, das eine Art „Budget-Version“ unabdingbar war.
Das Jamie unterscheidet sich in einigen Punkten vom großen Bruder. Der Arbeitsspeicher ist um die Hälfte auf 256 MByte reduziert, der Festplattenplatz sinkt von 60 auf 40 GByte und der Prozessor taktet mit 1,1 und nicht mit 1,2 GHz. Als Betriebssystem kommt Windows XP Home an Stelle von XP Professional zum Einsatz und der kostenlose Zusatzakku fehlt, was die Akkulaufzeit von 10 auf 3,5 Stunden verringern soll. Aber vor allem unterscheidet es sich durch den am Markt mehr als halbierten Preis vom voll ausgestatteten Q30.
Beide Notebooks werden lüfterlos gekühlt, wiegen nur knapp über ein Kilogramm und haben das gleiche Display im gleichen Chassis, sind also von außen praktisch nicht zu
Samsung Q30 Jamie: Der Cardreader für SD- und MS-Speicherkarten.
unterscheiden. Allerdings garantiert Samsung für das Display des „richtigen“ Q30 das Fehlen heller Pixelfehler und bietet einen kostenlosen Austausch dafür an. Dieser wird als erweiterte Herstellergarantie in den ersten 14 Tagen nach Kauf des Notebooks auf alle in Deutschland gekauften Q30-Geräte angeboten.
Aber da das in der Ausstattung beschnittene Q30 Jamie am Markt weniger als die Hälfte des Q30 kostet, ist es für uns das interessantere Gerät. Denn trotz des Passus „halbierter Preis“ muss man sich einmal vor Augen halten, dass das kleine Q30 Jamie einen Marktpreis von immerhin fast 1700 Euro hat. Schon das ist kein Pappenstiel, aber die minimal 3500 bis 3900 Euro für die verschiedenen Modelle des „echten“ Q30 sind ein Preis, den wohl nur die wenigsten zu zahlen bereit sind.
Deshalb konzentrieren wir uns auf das kleine Q30 Jamie.
Stabile, flache und ultraleichte Hülle
Das Q30 Jamie tritt zu unserem Test mit zierlichen Abmessungen von gerade einmal 28,8 x 2,2-3,1 x 19,8 Zentimetern an und passt damit wohl in jede Handtasche. Die Höhe ist übrigens von der Tisch- bis zu Oberkante des Notebooks gemessen, schließt also die Gummifüße mit ein. Das
Samsung Q30 Jamie: Die Tastatur erfordert eine massive Umstellung des Users.
Gerät selbst ist dünner, wirkt regelrecht zerbrechlich. Mit seinem Fliegengewicht von nur rund 1,1 Kilogramm inklusive Lithium-Ionen-Akku gehört das Q30 Jamie zu den leichtesten Notebooks überhaupt. Das Öffnen des dünnen Displaydeckels des Q30 Jamie kann bequem mit einer Hand erledigt werden, da das Q30 ohne Deckelverriegelung auskommt. Die Selbstschließung der straffen Scharniere funktioniert prima. Das flache, silberfarbene Gehäuse macht einen stabilen und hochwertigen Qualitätseindruck, die Verarbeitung lässt keine Wünsche offen. Lediglich beim Displaydeckel selbst scheint etwas Vorsicht beim Neigen und Kippen des Displays ratsam, bereits ein leichter Druck auf den Deckel erzeugt auf der Panelseite sichtbare Bildstörungen auf dem LCD.
Die stabil wirkende Tastatur des Samsung Q30 Jamie hat 83 vergleichsweise große Tasten mit 19 Millimetern Tastenabstand (gemessen von Tastenmitte zu Tastenmitte), nützliche Zusatztasten zur Lautstärke- und Mediensteuerung
Samsung Q30 Jamie: Das Touchpad navigiert präzise, ist aber sehr klein.
wie beim Sony Vaio VGN-T2XP/S sucht man beim Samsung-Flachmann aber vergebens. Das Tastaturlayout sorgte bei den Testredakteuren für sehr viele Tippfehler. Auch generell war das Arbeitsgefühl an dem Notebook zwiespältig: Obwohl die Tasten für ein derart kleines Gerät vergleichsweise groß ausfallen, war das Schreiben dennoch irgendwie angestrengt. Die linke Fn-Taste liegt vor dem Strg-Pendant, die Enter- und vor allem die rechte Shift-Taste sind für unseren Geschmack viel zu klein geraten.
Im Vergleich zum ebenfalls 83tastigen Eingabegerät des noch kleineren 10,6-Zoll-Notebooks Sony Vaio VGN-T2XP/S bietet die Tastatur des Samsung Q30 Jamie haptisch und qualitativ nicht ganz die Sony-Qualität. Subjektiv scheinen die großen Tasten, wie beispielsweise die rechte Shift-, Enter- und Rück-Taste, noch etwas lauter zu klicken und lassen sich weniger satt betätigen als die des Sony-Notebooks.
Samsung Q30 Jamie: Ein Druck auf den Deckel erzeugt sichtbare Bildstörungen.
Mit dem Touchpad läßt sich der Mauszeiger präzise navigieren, ist aber von den Abmessungen her recht klein geraten. Dies ist angesichts der winzigen Gesamtabmessungen des Samsung Q30 Jamie nicht weiter verwunderlich, das Sony Vaio VGN-T2XP/S bietet aber auch in diesem Punkt etwas mehr Navigierfläche. Das Touchpad des Q30 Jamie verfügt dafür aber über eine unmarkierte Scroll-Funktion am unteren Padrand, die in breiten Dokumenten horizontales Scrollen ermöglicht. Die beiden Pad-Tasten lassen sich mit angenehm kurzen Hub leicht betätigen. Das laute Klickgeräusch stört im Test aber etwas.
Die inneren Werte des Flachmanns
Unter der flachen Haube des Winzlings verrichtet Intels erste Centrino-Architektur auf Basis des i855GME-Chipsatzes (Montara, 400 MHz FSB) seinen Dienst. Das Strom sparende Herz, ein Intel Pentium M 733 Ultra Low Voltage (ULV) mit 1,1 GHz, sorgt dabei für passable Rechenleistung. Mit 256 MByte Kapazität ist der Hauptspeicher des Q30 Jamie allerdings recht knapp bemessen. Das 333-MHz-Modul ist auf der Hauptplatine fest verlötet, unterhalb der Tastatur gibt es aber zum Glück noch einen frei belegbaren Speicher-Slot. Durch Einstecken eines weiteren Speicherriegels mit maximal einem GByte Kapazität kann man das Q30 Jamie so bei Bedarf
...den Gehäuseboden entfernen, um unter die Tastatur zu kommen.
auf den maximal möglichen Speicherausbau von 1,2 GByte bringen. Zuvor muss allerdings die Tastatur mittels Lösen von sieben Schrauben am Geräteboden entfernt werden.
Als Massenspeicher integriert das Q30 Jamie eine ebenfalls nicht gerade üppig bemessene, da nur 40 GByte fassende Festplatte vom Typ Toshiba MK4004GAH. Die Minifestplatte im 1,8-Zoll-Format hat zwar eine geringe Stromaufnahme, erweist sich aber in unserem Datentransfertest mit mageren 3.076,92 KByte/s als sehr langsam. Beim praktischen Arbeiten mit dem Q30 Jamie waren des Öfteren Wartezeiten beim Laden großer Dateien zu verzeichnen. Und wegen des geringen Hauptspeichers tritt auch schon bei Office-Programmen recht schnell das zeitintensive Festplatten-Swapping auf, weil der konventionelle RAM-Speicher für aktuelle Softwareapplikationen einfach zu gering bemessen ist und die Software ihre Daten auf der im Vergleich zum RAM extrem langsamen Festplatte zwischenspeichert.
Der im Chipsatz integrierte Grafikkern Intel Extreme Graphics 2 reicht für einfache Grafikprogramme und typische Office-Applikationen locker aus. Zum Spielen aktueller
Samsung Q30 Jamie: Das externe Combo-Laufwerk wird via Firewire angeschlossen.
3D-Spiele ist sie natürlich nicht geeignet, was der Wert beim 3DMark 2001 mit 1.967 Punkten unterstreicht.
Ähnlich wie das Dell Latitude D410 verzichtet das Q30 Jamie auf ein internes optisches Laufwerk. Stattdessen findet sich im Lieferumfang des Samsung-Winzlings ein externes Combo-Laufwerk, ein via Firewire angeschlossenes CD-RW/DVD Drive SU-324 von Toshiba-Samsung. Damit kann der Anwender CDs mit 24facher Geschwindigkeit brennen und DVDs mit 8facher Lesegeschwindigkeit abspielen, DVDs brennen geht damit aber nicht. Beim Übertragen der Test-DVD auf die HDD machte das externe SU-324 dem Datenmix mit immerhin 4.093 KByte/s ordentlich Beine – ein ganz guter Wert, bedenkt man die behäbige Schreibgeschwindigkeit der Mini-Festplatte. Nimmt man das Laufwerk mit, belastet es die Notebooktasche mit zusätzlichen 330 Gramm. Damit ist der werbewirksame Gewichtsvorteil des Samsung Q30 Jamie im Vergleich zu anderen Subnotebooks, wie beispielsweise dem Sony Vaio VGN-T2XP/S dann aber dahin.
Die Akkulaufzeit ist für Subnotebooks und Ultraportables natürlich ein sehr wichtiger Bewertungspunkt. Die schicken und stylischen Notebooks für das Handgepäck sollen natürlich
Samsung Q30 Jamie: Der Akku integriert eine Ladestandsanzeige auf LED-Basis.
nicht nur gut aussehen, sondern auch lange genug durchhalten, damit man abseits der Steckdose ordentlich mit den Leichtgewichten arbeiten kann. Aber mit nur rund 2 Stunden Akkulaufzeit bietet das Samsung Q30 Jamie in diesem Bewertungspunkt schlichtweg zu wenig Mobilität. Praktisch jedes Notebook, das wir bisher in den Händen hielten, hatte mehr Akkulaufzeit als das Mini-Notebook Q30 Jamie mit seinen Strom sparenden ULV-Komponenten. Paradox: Selbst ultrastarke Multimedia-Notebooks der 15,4-Zoll-Klasse mit ihren dicken CPUs und Grafikkarten und ihren hellen, großen Displays hielten länger durch als das Q30 Jamie. Oder die direkte Konkurrenz: Das Sony Vaio VGN-T2XP/S bietet ab Werk eine doppelt so lange Akkulaufzeit von rund vier Stunden.
Schade, dass das Ultraportable den durch die Strom sparenden Kernkomponenten gegebenen Vorteil nicht umsetzen kann. Der große Bruder Q30, obgleich mit stärkeren, mehr Strom verbrauchenden Komponenten ausgestattet, bietet nach Angaben des Herstellers eine mit 10 Stunden deutlich höhere Akkulaufzeit als die ebenfalls angegebenen 3,5 Stunden beim Q30 Jamie. Legt man jetzt die von uns ermittelten 2 Stunden realer Akkulaufzeit mit den versprochenen 3,5 Stunden in Relation, sollte das große Q30 in etwa 5,5 bis 6 Stunden durchhalten. Aber auch das schafft es nur, weil Samsung dem großen Bruder einen kostenlosen zusätzlichen Hochleistungsakku beilegt. Wer sich als Jamie-Besitzer also den Hochleistungsakku nachbestellt, sollte dann auf eine akzeptable Akkulaufzeit kommen, denn mit den gebotenen 2 Stunden kommt man nicht wirklich weit.
Samsung Q30 Jamie: Die mitgelieferte Minitasche soll leichte Rempler abhalten.
Glänzen kann das Q30 Jamie hingegen bei der Geräusch- und Temperaturentwicklung. Dank lüfterlosem Design werden auch sensible Ohren von keiner Lüfter-Drehzahlorgie genervt, die leise Festplatte oder – wenn in Betrieb – das externe Combo-Laufwerk stellen die einzigen Geräuschquellen dieses Notebooks dar. Dennoch halten sich die Gehäusetemperaturen an der Oberschale im handwarmen Bereich. Beim intensiven Arbeiten mit dem Q30 Jamie wurde der Geräteboden mit bis zu 50 Grad (aufgenommen mittels berührungsloser Infrarot-Messung) allerdings ziemlich heiß.
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