Das Samsung X60 präsentiert sich als leichtes und flaches Centrino-Duo-Notebook für die alltägliche Büroarbeit. Neben soliden Gehäusematerialien punktet das Samsung X60 auch mit haptisch angenehmen Eingaberäten. Bei den Leistungstests erreicht das Samsung X60 bis auf die Grafiktests stets gute Leistungswerte, die für die üblichen Anforderungen im Büro mehr als ausreichend sein sollten. Bei der Grafikleistung muss der Anwender wegen der stromsparenden integrierten Chipsatzgrafik auf aktuelle Spiele und leistungsmordende 3D-Applikationen zwar verzichten können, für gewöhnliche Fotoarbeiten reicht die Leistung aber allemal aus.
Auch bei den Massenspeichern bietet das Samsung X60 dank 80-GByte-Festplatte und integriertem DVD-Brenner, der auch Double-Layer-Medien und DVD-RAMs verarbeiten kann, genug Speicherplatz für die Firmendaten an. Das sehr niedrige Lüftergeräusch und die geringe Erwärmung machen das Samsung
X60 zudem zu einem sehr angenehmen, weil unauffälligen Arbeitsgerät. Auch unter Volllast ist das Samsung X60 bei üblichem Bürolärm nahezu unhörbar.
Beim 15,4-zölligen Breitbild-Display des Samsung X60 muss der Anwender aber Abstriche hinnehmen. Mit einer geringer Grundhelligkeit, einer stark spiegelnden Display-Oberfläche und einer deutlichen Blickwinkelabhängigkeit lässt das LCD ergonomisch und auch visuell viele Wünsche an ein überzeugendes Notebook-Display offen. Im Test kann sich das dunkle X60-Display daher allenfalls als brauchbares Office-Display empfehlen.
Samsungs X60 ist mit einem Gewicht von 2,50 Kilogramm und Abmessungen von 36,0 x 2,7 bis 3,6 x 26,6 Zentimetern für eine Office-Notebook mit 15,4-zölligem Display sehr leicht und flach geraten. Damit gehört das Samsung X60 derzeit wohl zu den leichtesten 15,4“-Widescreen-Notebooks am Markt. Bei der Optik dominieren gewohnte schwarz-silberne Elemente, das überwiegend silberfarbene Gehäuse wirkt schlicht.
Bei leichtem Tippen auf den Deckel ist im geschlossenen Zustand ein dezentes Klappergeräusch zu vernehmen. Ursache: Der Verriegelungsmechanismus drückt den Deckel nicht schön satt auf die Geräteoberschale auf, sondern lässt der Displayschale rund einen Millimeter Spiel. Zudem provoziert bereits moderater Druck auf den Displaydeckel deutliche Bildstörungen auf der Sichtseite des LCDs. Der Anwender sollte also beim Verstauen des Samsung X60 etwas Vorsicht walten lassen und darauf achten, dass keine harten oder spitzen Gegenstände auf die Schale drücken können. Das Chassis des Samsung X60 hingegen präsentiert sich dank einer Kombination von günstigen Kunststoffmaterialien in der Ober- und hochwertiger Magnesiumlegierung in der Unterschale als recht verwindungssteif. Das Anheben des aufgeklappten X60 wird akustisch nur sporadisch von Knarrgeräuschen begleitet.
Ein schicke Detaillösung sind die drei
AVStation- (AVS) und zwei Lautstärkenregler-Tasten in Form chromfarbener Knöpfe rechts neben der Tastatur. Durch Drücken der AVS-Tasten kann der Anwender wahlweise den Music-, Photo- und Movie-Modus von AVS starten. Für den Betrieb von
AVStation ist dabei nicht zwingend ein Windows-Systemstart notwendig. Drückt man bei ausgeschaltetem Samsung X60 eine der AVS-Tasten, kann der Anwender auch ohne Start des Betriebssystems kurzweiligem Musik- oder Film-Genuss frönen. Die mitgelieferte Fernbedienung kann hierfür ebenso genutzt werden wie zur Bedienung von
AV Station Premium, wenn Windows gestartet wurde. Die oberhalb des rechten Tastaturbereichs des X60 angeordneten fünf Statusanzeigen für Num-, Caps- und Scroll-Lock sowie für den Festplattenzugriff und Aktivitätszustand der WLAN-Funktion sind recht klein geraten und bei hellem Umgebungslicht im Büro oder im Freien schlecht ablesbar. Besser zu erkennen sind die beiden größeren LEDs am vorderen Rand der linken Handballenauflage. Diese dienen der Anzeige der Akku-Ladung und des Netzstatus. Nicht an der Front-, sondern an der rechten Gehäuseseite residiert noch ein Schiebe-Schalter für das Ein- und Ausschalten von Wireless LAN.
Die Eingabegeräte des Samsung X60 hinterlassen im Klassenvergleich einen haptisch und mechanisch angenehmen Eindruck. Die Tastatur punktet mit festem Druckpunkt und einem bis auf die beiden vertauschten linken Fn- und Strg-Tasten konventionellen Tastaturlayout. Die Tastaturfläche selbst zeigt sich insgesamt erfreulich stabil und biegt sich bei unserem Samsung X60 nur unwesentlich durch. Die Größe und der Abstand der Einzeltasten sowie das haptische Schreibgefühl erlauben kommodes Tippen auch von längeren Texten – schön! Das für diese Notebook-Klasse durchschnittlich große Touchpad arbeitet recht präzise und bietet zudem auch eine optisch markierte vertikale Scroll-Leiste. Die eckigen Touchpad-Tasten arbeiten angenehm kurzhubig, das vergleichsweise laute Klickgeräusch der beiden Pad-Tasten könnte von sensiblen Zeitgenossen bei längerem Gebrauch aber als störend empfunden werden. Anwender, die lieber ihre externe Lieblings-Maus am X60 bevorzugen, werden die Option zur An- und Abschaltung des Touchpads via Tastenkombination Fn+F9 sicher zu schätzen wissen.
Unterm Strich präsentiert sich das Samsung X60 mit einer unauffälligen, schlichten Optik und punktet durch eine grundsätzlich ansprechende Qualitätsanmutung. Allerdings könnte speziell der flache LCD-Deckel zum Schutz des empfindlichen Displays ruhig eine höhere Druckfestigkeit aufweisen. Die Tastatur- und Touchpad-Eigenschaften bieten hingegen kaum Anlass zu Tadel. Vielschreiber dürfen sich nach kurzer Umgewöhnung (Fn-/Strg-Taste) auf der haptisch angenehmen Tastatur austoben, das Touchpad mit seinen akustisch prägnanten Tasten kann der Anwender bei Bedarf einfach deaktivieren.
Auch das Samsung X60 basiert wie die bereits getesteten Notebooks
Acer TravelMate 8204WLMi und
Sony Vaio VGN-FE11M auf Intels neuester Centrino Duo Mobiltechnologie (Codename
Napa). Statt einem Mobile Intel 945PM Express Chipsatz (Codename
Calistoga) wie beim Acer und beim Sony bildet im Samsung X60 aber die 945GM-Chipsatz-Variante das technologische Rückgrat. Statt einer externen Grafik von ATI oder Nvidia nutzt das X60 (X60-T2300 Chane) als Office-Notebook daher den im 945GM-Chipsatz integrierten Grafikkern Intel Graphic Media Accelerator 950.
Als Zentralprozessor reicht dem Office-Notebook in Konsequenz ein Intel Core Duo Prozessor T2300 (Codename
Yonah) mit 1,66 GHz Taktfrequenz völlig aus. Wie die schneller getakteten Modelle T2400 und T2500 verfügt auch der „kleine“ T2300 des Samsung-Notebooks über 2 MByte Level-2-Cache und einen 667 MHz schnellen FSB. Der Hauptspeicher in Form von zwei flotten DDRII-533-Speicherriegeln mit einer Kapazität von je 512 MByte (gesamt 1.024 MByte) steckt in den zwei RAM-Slots an der Geräteunterseite. Wer das RAM gerne selber kostengünstig auf bis zu 2 GByte weiter aufrüsten möchte, braucht sich von den Garantiesiegeln auf unseren Fotos nicht abschrecken zu lassen. Die Siegel auf dem RAM- und HDD-Wartungsdeckel sind laut Hersteller bei Geräten der Serie nicht vorhanden. Eine Rückfrage bei Samsung ergab, dass bei einem selbst durchgeführten Austausch der Festplatte und der Speichermodule die allgemeine Garantie nicht erlöschen würde –
sachkundiger Austausch natürlich vorausgesetzt.
Trotz der Kraft der zwei CPU-Herzen messen wir für das Samsung X60 mit Dual-Core-Architektur beim Stromverbrauch im Leerlauf (Windows-Desktop) eine Leistungsaufnahme von gerade einmal 19,0 (!) Watt. Diese gemäßigte Aufnahme im Leerlauf erklärt sich beim Samsung X60 durch den Verzicht auf eine dezidierte Grafikkarte, dem Einsatz eines recht leuchtschwachen und damit Strom sparenden Displays und der konsequenten Nutzung von Intels „neuem“ Leerlauf-Prozessor-Stromsparmodus
Deep C4 (Deeper Sleep Low Voltage, Deeper Sleep Sub-State).
Dazu aber im nächsten Absatz mehr. Jedenfalls schafft es das Samsung X60 trotz der geringen Stromaufnahme im Leerlauf nicht, eine bedeutend längere Akkulaufzeit als das mit einem höheren Stromverbrauch ausgewiesene
Sony Vaio VGN-FE11M auf das Test-Parkett zu zaubern. Nach rund vier Stunden Laufzeit auf Batteriestrom ist der 5.200 mAh starke Lithium-Ionen-Akku des Samsung X60 ebenfalls leergesaugt. Trotzdem sind natürlich die gemessenen rund vier Stunden Akkulaufzeit angesichts der Gesamtleistung des X60 ebenfalls als ausgesprochen respektabel anzusehen.
Der bereits genannte extreme Stromsparmodus
Deep C4 kann durchaus die Ursache für die beim Praxistest des Samsung X60 (vgl.
Sony Vaio VGN-FE11M) auftretenden Ruckler respektive ganz kurzen Aussetzer sein.
Deep C4 erlaubt es nunmehr beiden CPU-Kernen unabhängig voneinander auf einen noch niedrigeren Spannungspegel (Deeper Sleep Low Voltage) zu wechseln. Die CPU-Kerne schalten einfach gesprochen in eine kleine Tiefschlafphase und verbrauchen somit im Leerlauf (Idle-Betrieb) noch weniger Strom. Allerdings erlangen die neuen Duo-Core-CPUs diese besonders Strom sparenden Spannungslevel nur, nachdem via Intels
Smart Cache (Dynamic Cache Sizing) der komplette L2-Cache des Prozessors entleert ist. Auch wenn diese CPU-Zyklen theoretisch im Bereich von Mikrosekunden
oder gar darunter liegen, kann dieser „Tiefschlaf“ akkumulativ und in Verbindung mit den übrigen Kernkomponenten durchaus die Systemleistung hinsichtlich des Ansprechverhaltens negativ beeinflussen. Neben den CPU-Kernen selbst muss schließlich auch der CPU-L2-Cache respektive dem FSB (Front Side Bus) wieder auf Trab gebracht werden. In der Praxis wurden diese kurzen Verzögerungen beim Ansprechverhalten besonders in weniger starken Lastphasen des Samsung X60 deutlich. Legten die Testredakteure eine kurze Verschnaufpause ein und starteten dann via Explorer beispielsweise einen Kopiervorgang, dann reagierte das Samsung X60 einfach nicht blitzschnell auf diese Anforderung sondern genehmigte sich ein Augenzwinkern mehr Zeit. Auch im Modus "Maximale Leistung" (Maximum Performance Mode) und mit Stromversorgung aus dem Netzteil schaltet die CPU nicht permanent auf 1,66 GHz. Erst durch den Einsatz anderer Programme wie beispielsweise RightMarks
CPU Clock Utility
RMClock kann bei Deaktivierung des
Hard Enhanced Deeper Sleep State (Hard C4E) permanent mit vollem CPU-Takt gearbeitet werden. Bei vollem CPU-Takt traten beim weiteren Testen die oben angesprochenen Verzögerungen nicht mehr auf. Der dauerhafte Takt von 1,66 GHz wirkte sich dabei weder auf das Lüftergeräusch noch auf die Erwärmung des X60 negativ aus. Auch mit voller Leistung blieb das Samsung X60 schön leise und angenehm kühl – schön! Wir können den Einsatz von RMClock also ruhigen Gewissens empfehlen, wenn die oben beschriebenen "Probleme" auftreten.
Als reines Office-Notebook verzichtet das Samsung X60-T2300 Chane auf den Einsatz eines externen Notebook-Grafikchips und setzt auf Intels nagelneuen und im Chipsatz integrierten Grafikkern
Graphic Media Accelerator 950 (GMA 950). Die GMA 950 weist nunmehr einen Chip-Takt von 400 MHz (GMA 900: 333 MHz) und auch eine etwas höhere Speicherbandbreite von 10,6 GByte/s bei einer Bestückung des Arbeitsspeichers mit DDR2-667-RAM auf. Allerdings reicht auch die Leistung dieser neuen Chipsatzgrafik nicht für anspruchsvolle Multimedia- und Spieleanwendungen aus. Da die Chipsatz-Grafik über keinen eigenen Videospeicher verfügt, darf sich das Samsung X60 laut Herstellerangabe bis zu 128 MByte vom Hauptspeicher als Videopuffer abzwacken. Obwohl Intel für den GMA-900-Nachfolger eine rund anderthalb mal so hohe Leistung propagiert, bleibt die GMA 950 bei den Benchmark-Tests etwas hinter diesem theoretischen Wert zurück. Beim 3DMark2003 erreicht der GMA 950 je nach Treibereinstellung bis zu 1.451 Punkte, Notebooks mit GMA-900-Grafik brachten es in dieser Testdisziplin bislang auf Werte zwischen 900 und 1200 Punkten. Für übliche Office- und einfache Foto- und Videoarbeiten sollte die Strom sparende Chipsatzgrafik aber noch für längere Zeit absolut ausreichend dimensioniert sein.
Als Massenspeicher integriert das Samsung X60 eine nominell 80 GByte fassende Serial-ATA-2-Festplatte des Typs Fujitsu MHV2080BH. Beim Datentransfertest unter SiSofts Sandra erreicht die MHV2080BH im Mittel hohe 19,6 MByte/s. Auch beim Datentransfer unseres Testdatenmixes (4,36 GByte) liefert die MHV2080BH eine solide Vorstellung ab. Dank einer Rotationsgeschwindigkeit von 5.400 U/min überträgt die MHV2080BH die Daten mit rund 9,1 MByte/s. Auch bei der
Datenwiederherstellung via
FirstWare RecoverPro erhalten wir mit rund 8 MByte/s einen ganz passablen Wert. Natürlich kann die MHV2080BH mit diesen Werten im Vergleich zu performanteren 5.400er Festplatten des Kalibers
Seagate Momentus 5400.2 (ST9120821AS) nicht mithalten. Allerdings harmonisiert die MHV2080BH gut mit dem sehr leisen Betriebsverhalten des Samsung X60. Zudem erwärmt sich die MHV2080BH auch im Dauerbetrieb nur wenig. Als optisches Laufwerk integriert unser Testkandidat einen DVD-Brenner DV-W28EA von TEAC. Der DV-W28EA soll übliche DVD-/+Rs mit 8facher, Double-Layer-Medien mit 2,4facher und DVD-RAMs sogar mit maximal 5facher Brenngeschwindigkeit füllen können. Beim Datentransfertest von DVD zu HDD erreicht der DV-W28EA eine Transferleistung von rund 5 bis 7 MByte/s, ein im Klassenvergleich durchschnittlich guter Wert.
Als absoluter Leisetreter präsentiert sich das Samsung X60 beim Lüfterverhalten. Der CPU-Lüfter ist selbst bei den leistungsintensiven Grafiktests und einem moderatem Pegel bei den Umgebungsgeräuschen praktisch kaum zu hören. Allenfalls beim ganz genauen Hinhören ist ein sehr leises niederfrequentes Rauschen zu vernehmen. Den wahlweise via Fn- plus F10-Taste zuschaltbaren Flüsterbetrieb
Etiquette-Modus wird wohl kein Anwender angesichts des sowieso sehr niedrigen Lüftergeräusches nutzen müssen. Empfindliche Anwenderohren werden wohl noch eher vom leicht schleifend klingenden Betriebsgeräusch der HDD gestört werden. Wie schon beim
Samsung X20 XVM 1600 III deutet auch beim Samsung X60 das deutlich vernehmbare und permanent zu hörende Geräusch auf eine nicht ausreichende akustische Entkoppelung und/oder Dämmung der Festplatte hin. Auch der Temperaturpegel des Samsung X60 ist angesichts der gebotenen Leistung mustergültig. Auch unter Volllast stellen wir subjektiv keine nennenswerte Temperaturerhöhung auf der Oberschale des Chassis fest. Selbst an der Geräteunterseite bleibt das Samsung X60 angenehm kühl – vorbildlich!