X-black-Display: Knallige Farben, aber schwankende Helligkeitsverteilung.
Akkulaufzeit von gemessenen 218 Minuten reicht für die meisten Außenjobs völlig aus. Sony selbst gibt die Laufzeit mit 306 Minuten an, was auch durchaus im Bereich des Möglichen liegt, wenn alle Stromsparfunktionen des eleganten Geräts eingeschaltet sind. Wer mehr Akkuleistung braucht, wird um den Kauf eines Zweitakkus nicht herumkommen. Sony bietet zwei verschiedenen Akkutypen als Zubehör für das S2XP an. Einmal einen 199 Euro teuren Akku mit 4800 mAh, der dem im Lieferumfang enthaltenen entspricht, und zum anderen einen 7200 mAh starken Hochleistungsakku für 399 Euro, der dann allerdings über die hintere Gehäusekante hinausragt.
Ein Highlight des Kleinen ist sicherlich sein Display. Der 13,3 Zoll oder 33,5 Zentimeter in der Diagonale messende Bildschirm trägt das „X-black“-Label, was bei Sony für Displays mit hoher Leuchtkraft und ausgeglichener Helligkeitsverteilung dank doppelter Fluoreszenzlampen, brillanten Farben und stärkeren Kontraste steht. Aber auch bei Sony ist nicht alles Gold was glänzt. Das
Display bietet zwar in der Tat eine außergewöhnlich gute und kontrastreiche Farbdarstellung, aber es hat auch zwei kleine Schwachpunkte. Zum einen spiegelt es, was eine genereller Nachteil der X-black-Technologie und vergleichbarer Techniken anderer Hersteller ist. Zum anderen ist die Helligkeitsverteilung alles andere als optimal. So sind die unteren Bereich deutlich heller ausgeleuchtet als die oberen und mittleren Zonen, so dass wir in unserer 9-Zonen-Messung teilweise deutlich abweichende Werte erhielten. Das Display ist zwar durchschnittlich recht hell, hat aber sowohl im Akku- als auch im Netzbetrieb eine Differenz von links oben 91 bis 93 zu rechts unten 154 bis 162 cd/m². Das ist schon ziemlich extrem und nicht nur im weißen Testbild, sondern auch beim normalen Arbeiten durchaus spürbar. Das in der gleichen Kategorie antretende EasyNote A von Packard-Bell verzichtet auf die Schwankungen und hat ein insgesamt helleres, leuchtstärkeres Bild. Aber in Sachen lebendige, starke Farben kann Sony so leicht keiner etwas vormachen.
Hohe Leistung für Power-User
Ein weiteres Highlight ist die starke Bestückung der kleinen Rennflunder. Mit einem 1,8 GHz starken Pentium M ist das Topmodell der S-Serie besser bestückt, als der Großteil der Fullsize-Notebooks. Die kommen nämlich meist mit einem 1,6 oder 1,7 GHz starken Pentium M daher. Das S3XP integriert sogar einen
Die großen Abluftschlitze sind dank hoher Performance und Abwärme bitter nötig.
2 GHz starken Pentium M der Sonoma-Generation – in beiden Fällen stellt das die zweitstärkste mögliche CPU der jeweiligen Plattform dar. Der Speicherausbau ist mit 512 MByte erfreulich groß geraten und kann vor allem problemlos aufgestockt werden, denn der gesamte Arbeitsspeicher ist in einem einzigen Modul vereint, die zweite Speicherbank bleibt so noch frei.
Allerdings kommt Kraft von Kraftstoff und Leistung bedeutet immer auch Abwärme. Die stellt in einem naturgemäß arg beengten Raum wie dem Innenleben des S2XP ein massives Problem dar. In großen Notebooks oder gar Desktop-PCs kann die Luft erstmal zirkulieren, ohne dass sie sich großartig erwärmt. In einem so kleinen Chassis mit so starken Komponenten kann die Temperatur aber sprunghaft auf gefährliche Temperaturen ansteigen. Deshalb integriert das S2XP auch einen vergleichsweise starken Lüfter, der zudem recht sensibel auf Veränderungen der Thermik reagiert. Für den User bedeutet das im Klartext, dass das Notebook alles andere als leise ist. Der Lüfter ist praktisch ständig am Arbeiten und schwankt relativ stark in seiner Drehzahl. Das äußert sich in einem recht häufig an- und abschwellenden Lüftergeräusch, das zudem relativ hochfrequent, also etwas schrill klingt. Die Lautstärke ist ansonsten okay, man versteht durchaus noch sein eigenes Wort und hat auch nicht das Gefühl, neben einem puren Fön zu sitzen. Man kann sich
Alles in allem ist das Notebooks für Freunde der Stille nicht geeignet.
an so etwas gewöhnen, gar keine Frage. Aber wer die Stille liebt, wird mit dem S2XP auf Dauer nicht glücklich werden. Wer dagegen leichte Kompromisse eingehen kann, sollte mit dem Betriebsgeräusch klar kommen. Denn es ist zwar deutlich hörbar, aber dennoch nicht zu aufdringlich.
Die Ausstattung des S2XP wird sowohl multimedial als auch kommunikativ angenehm abgerundet. Die 80 GByte große Festplatte bietet auch für Film- und Musikarchive genug Platz, der MemoryStick-Cardreader ist für Hobbyfotografen eine praktische Sache und der DVD-Brenner hilft bei Überfüllung beim „Entschlacken“ der Festplatte. Allerdings unterstützt er noch keine Dual-Layer-Medien und ist auch nicht gerade der Schnellste. WLAN ist ebenso an Bord wie Bluetooth, was die Verbindung zu kabellosen Geräten und WLAN-Access-Points oder öffentlichen Hot-Spots zum Kinderspiel macht. Zudem hat der Kleine eine erstaunlich hohe WLAN-Reichweite und hält auch konstant die Verbindungen, was wir nicht von allen bisher getesteten Geräten behaupten konnten. Das WLAN lässt sich außerdem manuell per Schiebregler abschalten – sehr schön.
Fazit
Sonys S2XP ist ein leichtes und leistungsstarkes Subnotebook mit guter Ausstattung, hervorragendem Display, ordentlicher
Abdeckungen für die Anschlüsse verschönern das Gesamtbild.
Akkulaufzeit und hoher Verarbeitungsqualität. Damit ist es das ideale Gerät für den anspruchsvollen Geschäftsreisenden. Seine Nachteile sind der hohe Preis und das gewöhnungsbedürftige Betriebsgeräusch.
Nachfolger steht schon in den Startlöchern
Mittlerweile gibt es mit dem S3XP übrigens bereits einen Nachfolger auf Sonoma-Basis, den wir in naher Zukunft ebenfalls testen werden. Das S3XP verfügt bei einem empfohlenen Verkaufspreis von 2499 Euro über einen 2 GHz schnellen Pentium M 760 mit 533 MHz FSB, doppelt so viel RAM wie das S2XP (1024 MByte) und eine Geforce Go 6200 an Stelle der Mobility Radeon 9700. An den thermischen und damit den Lüfterproblemen dürfte sich nichts verbessert haben. Im Gegenteil: Dieses Problem dürfte sich eher noch verstärkt haben. Andererseits ist die Leistungsfähigkeit noch einmal sprunghaft gestiegen, wer also eine noch potentere Plattform als das S2XP sucht, wird beim S3XP fündig werden.
Praxiseindruck: Arnd von Wedemeyer (Publisher)
Das S2XP hat eine für seine Größe erstaunlich angenehme Tastatur und verfügt über ein sehr gut funktionierendes Touchpad mit optisch nicht gekennzeichneter, aber gut funktionierender Scrollleiste. Die Scrollleiste funktioniert sogar auf Anhieb in Terminal-Sessions (Windows Terminal Services), was eher ungewöhnlich ist. Das Subnotebook hat ein sehr schönes, leuchtstarkes und kontrastreiches Display, das aber leider auch stark spiegelt. Als eher positiv würde ich den hohen Neidfaktor werten, den der Anblick des Geräts oft genug auslöst. Neben den Displayspiegelungen
An der ergonomischen Tastatur lässt sich verblüffend gut arbeiten.
fielen noch zwei Dinge negativ auf. Erstens das penetrante, an- und abschwellende Lüftergeräusch und zweitens der etwas unsaubere arbeitende VGA-Ausgang für externe Monitore, der in hohen Auflösungen unsauberer als normal darstellt.
Gekauft hab ich mir das S2XP dann trotzdem. Der Grund ist allerdings zugegebenermaßen sehr spezifisch: Ich wollte gern mein 23-Zoll-BenQ-Display im Büro weiter benutzen. Keines der bisher von mir getesteten Notebooks schafft eine externe Auflösung von 1920 x 1200 Pixeln in sauberer Qualität am VGA-Ausgang. Logisch eigentlich... Für das S2XP gibt es aber eine Dockingstation mit DVI-Ausgang – und die funktioniert super! Wenn ich ins Büro komme, drücke ich das Notebook auf die Station, an der Tastatur, Maus, Netzwerk, Telefon und eben auch mein Display angeschlossen sind und arbeite dann wie mit einem "großen" Desktop-PC. Die hohe Performance des Sony-Notebooks macht sich dann sehr positiv bemerkbar. Und bin ich unterwegs, habe ich so ein sehr portables Gerät. Für meinen Geschmack und meine Anwendungen zwar mit zu geringer Bildschirmauflösung, aber das überkompensiert dann ja das Display im Büro.
Das Lüftergeräusch ist und bleibt gewöhnungsbedürftig. Aber: Ich habe mich eben dran gewöhnt. Da kochen dann doch alle Hersteller nur mit Wasser. Wer Leistung haben will, hat Abwärme. Und je kleiner das Gehäuse ist, desto lauter sind nun mal die Lüftergeräusche. Denn der Innenraum ist begrenzt und heizt sich schnell auf – und die erhitzte Luft muss dennoch schnellsten abgeführt werden, um einen Hitzekollaps zu vermeiden.
Artikel-Bewertung
Bisher hat 1 User abgestimmt
(Wert: 5)
(Die Bewertung ist nur als registrierter Benutzer möglich)
Kommentare zum Artikel
( Antworten ) Zur Diskussion im Forum