Als vor gut einem Jahr das Apple iPad das Licht der Welt erblickte, war die Marktentwicklung der Tablets so ungewiss wie die Akzeptanz unter den verschiedenen Käufergruppen. Unter den Pionieren der Tablets hat sich im Wesentlichen nur Apple durchsetzen können. Das von Fehlern behaftete und schlechtem Marketing begleitete WeTab des deutschen Herstellers Neofonie sah Anfangs vielversprechend aus, konnte sich aber nicht etablieren. Dies lag zum einen an der mangelhaften Leistung, insbesondere im Bereich der Mobilität, und auch an den vielversprochenen Inhalten, bei denen die Entwickler nicht wirklich nachziehen wollten. Das HP Slate wurde gänzlich eingestellt und die Entschädigung soll diesen Sommer endlich in Form der WebOS Tablets folgen.
Das junge Start-up Unternehmen NotionInk aus Indien warb bereits Anfang letzten Jahres mit dem Adam Tablet, einem Gerät mit PixelQi-Display, hatte aber zu lange Schwierigkeiten mit Investoren und Lieferanten – hier scheint der Zug also abgefahren zu sein. Hier sind wir also im Jahr 2011, mit CES und CeBIT im Rücken und einem ganzen Arsenal an kommenden Tablets (insbesondere Motorola Xoom, Acer Iconia A500, Samsung Galaxy Tab 10.1). Die Konkurrenz spürend, legt Apple den Nachfolger des Tablet-Urgesteins auf den Tresen.
Die (US-)Preise und der Lieferumfang haben sich nicht geändert und potenzielle iPad-Besitzer sind nach wie vor auf einen iTunes-Account angewiesen, um das Gerät überhaupt in Betrieb nehmen zu können. Was hat sich denn eigentlich geändert? Das werde ich im Folgenden unter die Lupe nehmen.
Das iPad 2 ist marginal schmaler und kürzer als die erste Generation, aber wesentlich leichter und vor allem dünner. Das 8,8mm „dicke“ Gehäuse ist auf der Rückseite nicht mehr gewölbt, sondern lediglich an den Kanten abgerundet. Das Unibody-Design der ersten Generation wurde beibehalten und die Aluminiumrückseite zeigt sich dementsprechend resistent vor Kratzern und anderen Beschädigungen. Einzig an dem schwarz glänzenden Apfel wird der Zahn der Zeit nagen – ein Eck wurde ja schon rausgebissen.
Die Verarbeitung des iPad ist erstklassig. Die Verbindung von Displayglas und Unibody-Design ist hervorragend gelungen. Die Aussparungen für die Tasten sind haargenau in den Aluminiumkorpus gefräst und auch die heiß erwarteten Kameralinsen sind nahtlos integriert.
Die flache Rückseite sieht meiner Meinung nach nicht ganz so gut aus wie die gewölbte des Vorgängers, bietet aber den Vorteil, dass das Gerät beim Schreiben auf ebenen Oberflächen nicht mehr ins Wippen gerät. Die Anordnung der Tasten ist unverändert, aber der Schalter zur Arretierung der Bildschirm-Ausrichtung lässt sich nun im Einstellungsmenü auch als Mute-Taste wählen (Mute ist Werkseinstellung).
Das 9,7-Zoll Display erstreckt sich über die gesamte Vorderseite und muss oben und unten einem 24 mm breiten und rechts und links einem 20mm breiten schwarzen Rand Platz bieten. Rand und Panel liegen unter gehärtetem Glas – es gibt aber keine Anzeichen, dass es sich dabei um Gorilla-Glas handelt. Wie bei meinem iPhone finde ich bereits binnen zwei Stunden den ersten Kratzer auf dem Display und frage mich, was an dem Glas gehärtet sein soll. So etwas ist ärgerlich und enttäuschend, vor allem deshalb, weil preiswertere Tablets das besser können. Frage an Apple: wie können sich auf einem kratzresistenten Glas bereits nach wenigen Stunden vorsichtiger Nutzung viele haarfeine und auch deutlich sichtbare Kratzer einfinden?
Es finden sich am Gerät keinerlei Schrauben und somit steht fest, dass das Displayglas an das Gehäuse geklebt ist. Beim iPhone 4 hatte genau diese Verbundmethode dazu geführt, dass auf dem Display gelbe Wölkchen zu sehen waren, welche mit der Zeit evaporierten. Dieses Problem besteht bei dem Testgerät nicht, doch das mehrfach gemeldete Durchsickern der Hintergrundbeleuchtung kann ich auch bei unserem Exemplar feststellen – dazu mehr später.
Das iPad 2 wird erstmals in einer CDMA-Version angeboten. Dieser in Deutschland nicht verbreitete Standard ermöglicht ebenfalls mobile Breitbandlösungen. Alle GSM- und CDMA-Versionen besitzen auf der Rückseite eine schwarze Kunststoffleiste, die der darunter liegenden Antenne ein besseres Signal bietet.
Eine weitere Premiere ist die Farbwahl. Wie beim iPhone 4 versprochen – und bislang nicht erfüllt – gibt es das iPad 2 in Schwarz und in Weiß. Die Farbvariation beschränkt sich aber auf den Displayrand. Von der weißen Variante kann aber abgeraten werden, denn ein heller Displayrahmen nervt auf Dauer.
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Kommentare zum Artikel
( 9 Antworten ) Zur Diskussion im Forum
[QUOTE]Muss ja nicht alles über den AppStore laufen :p[/QUOTE]
Ein Schelm wer böses Denkt :D ;)
Ich finde eben auch, dass das iPad im Moment das beste Tablet ist, genau eben weil die Software sehr ausgereift ist, wie @tilla selber ja bei seinem Pad merken kann^^
Ich finde das iPad bis jetzt genial. Alleine das Bilder sliden.
Weniger ist manchmal mehr. Speicherkartenslot hätten sie aber wirklich einbauen können, um mal schnell die Fotos der Digicam anzuschauen.
Und Apps (v.a. kurzweilige Spiele) gibt es genug. Muss ja nicht alles über den AppStore laufen :p
Ich spreche mich auch deutlich als nicht-Applefan aus (bin aber sicherlich auch kein Hater, dazu gleich mehr)
Aber das Ipad ist mMn das einzige richtig gut funktionierende, praxistaugliche und am besten verarbeitete Tablet am Markt. Da können noch so viel Anschlüsse fehlen, doch die Steuerung wäre mir da weitaus wichtiger. Beim Ipad laggt es äußerst selten, vor allem...
Was ist eine Aktuelle Note?
Notebookjournal errechnet jede Nacht eine Aktuelle Note. Das ist die Note nach den derzeit gültigen Maßstäben. Sie zeigt an, ob sich ein älteres Modell noch wacker hält oder ob es bereits eine Vielzahl besserer Notebooks gibt. Letzteres ist der Fall, wenn die Aktuelle Note niedriger als die ursprüngliche Note ist.
Es geht um die Vergleichbarkeit
Mit der technischen Weiterentwicklung müssen sich Notebooks an immer höheren Maßstäben messen. Erreichten Gaming 17-Zöller Ende 2006 höchstens 5500-3DMarks06, so waren es Ende 2007 schon 9200! Ein sechs Monate altes Sehr-Gut kann also nicht mit einem Sehr-Gut von vor einer Woche verglichen werden.
Aus Gründen der Vergleichbarkeit haben wir uns auch im Vergleich (Link) für die Nutzung der aktuellen Note entschieden.
Zusammenfassung:
Apple iPad 2 32 GB (MC774)
"Aktuelle Note: gut"
Die aktuelle Note des Apple iPad 2 32 GB (MC774) wurde am 24.05.2012 errechnet.