Eine der Stärken von Toshiba-Geräten sind die zahlreichen mitgelieferten nützlichen Tools und Anwendungen. Zu den praktischen Werkzeugen gehören ein durchdachter und leicht zu bedienender WLAN-Assistent, ausgefeilte Energieoptionen für verschiedene Szenarien, die weit über die wenigen Windows-Möglichkeiten hinausgehen, und eine sinnvolle, wenn auch etwas langsame auf Norton Ghost basierende Systemwiederherstellung. Wünschenswert wäre lediglich, die Tools nicht auf über ein dutzend Programme zu verteilen, sondern ein gemeinsames Setup-Programm und eine zentrale Steuerungskonsole für alle Tools zu haben, so wie es bei Lenovo/IBM-Notebooks Usus ist.
Spaß macht so zum Beispiel auch die erweiterte Nutzung des Touchpads. Zahlreiche Optionen, die beim Standard-ALPS-Treiber integriert sind, hat Toshiba verfeinert und vor allem standardmäßig aktiviert – die meisten Notebook-Nutzer werden einige der Funktionen zum ersten Mal entdecken. So blendet sich mit einem Tippen in eine Ecke des Touchpads eine Übersicht der gestarteten Windows-Anwendungen ein – nicht mit dem Programm-Symbol, sondern inklusive Voransicht. Mit der Funktion „Easy Capture“ ist das Touchpad zudem als Mini-Zeichenbrett einsetzbar.
Sehr gut sind die zahlreichen Optionen zur Energieverwaltung. Wenig empfehlenswert ist die standardmäßig aktivierte Einstellung „Volle Leistung“ wegen des dann fast ständig laufenden Lüfters. Man kann aber mit einem Linksklick auf das Symbol in der Systemleiste schnell auf andere Energiesparmodi wie beispielsweise „DVD-Wiedergabe“ schalten. Auch sind die Optionen für die Systemregelung weitaus feiner einstellbar als in den Energieoptionen von Windows XP.
Neben den Tools und Programmen wie der PDF-Anzeige Adobe Reader 7 liefert Toshiba aufgrund einer strategischen Partnerschaft mit Microsoft deren Software OneNote 2003 mit, die vor allem dem Anlegen und Verwalten von Notizen dient. Beim einen oder anderen wird sich der Start des Programms etwas schwierig gestalten, da er zunächst die Eingabe des Product Keys erfordert. Und der befindet sich auf der Rückseite der Hülle der Recovery-DVD befindet – darauf muss man erstmal kommen.
Etwas kurios ist die Promotion von Microsoft für die MSN-Toolbar. Bereits auf dem ansonsten eher unscheinbaren Notebook-Karton prangt ein bunter Aufkleber, der das
Suchprogramm anpreist. Es ist aber nicht vorinstalliert, sondern muss wie auch Norton Internet Security 2005 erst vom Desktop aus gestartet werden. Zwar ist das Angebot eines integrierten Sicherheitssystems – und sei es nur als 90-Tage-Version – recht sinnvoll. Aber außer einem anfänglichen Schutz für die ersten Schritte im Internet ist Nortons Internet Security 2005 nicht zu empfehlen. Zum einen gibt es bereits eine Nachfolge-Version, zum anderen bremst die Sicherheitssoftware das ansonsten flotte Satellite M70 aus. Die Menüs klappen deutlich langsamer auf, der Programmstart von Anwendungen verläuft spürbar träger.
Aufgrund der vielen vorinstallierten oder für die Installation vorbereiteten Anwendungen, ist der Desktop schon beim ersten Login recht voll, ohne dass man als weniger erfahrener Nutzer weiß, was davon wirklich wichtig ist. Zudem führen nicht alle Links zum erwarteten Ziel. Irreführend ist zum Beispiel der Link „Fifa-Football 2005 Demo“, der keine vorinstallierte Fußballspiel-Demo startet, sondern auf das Fifa-Webangebot zur Fußball-Weltmeisterschaft verweist. Hintergrund: Toshiba steckt einige Millionen Euro in das Sponsoring der WM. Immerhin: Auf der Fifa-Website kann man sich einige nostalgische Videos von früheren Fußballer-Stars wie Gerd Müller oder Ausschnitte wichtiger WM-Spiele sowie die WM-Stätten dieses Jahres ansehen.
Das Wiederherstellen des vorinstallierten Systems mittels eines Norton Ghost-Images von der mitgelieferten Recovery-DVD bereitet auch unerfahrenen Benutzern keine Probleme. Sie werden aber ohne ein vorheriges Backup alle ihre Daten verlieren, da in der Standardeinstellung die Festplatte gelöscht und neu formatiert wird. Eine selbst
angelegte Datenpartition verschwindet auf diese Weise. Nach gut 30 Minuten ist das System inklusive der Tools wiederhergestellt. Ein „sauberes“ System ohne die Hilfsprogramme kann man nicht erstellen, wer ohne die Toshiba-Tools auskommen will, muss eine separate OEM-CD haben oder unerwünschte Programme im Nachhinein selbst deinstallieren. Will man dagegen eine Datenpartition anlegen und das Löschen der Festplatte vermeiden, wählt man beim Start der Recovery-DVD die zweite Option „Expertenmodus“. Beim Test mussten wir aber auf die Maus verzichten, da die etwas ältere Norton-Version das Touchpad offenbar nicht unterstützt. Auch ist das Menü in englischer Sprache verfasst. Details für das Vorgehen im Experten-Modus finden sich im englischsprachigen
Toshiba-Forum.
Im europäischen Toshiba-Forum finden sich übrigens nur wenige Einträge zu Problemen mit dem M70. So können wir nur spekulieren, dass es sich entweder noch nicht so gut verkauft – oder dass die Benutzer tatsächlich wenige Probleme haben. Die Antworten im Forum sind jedenfalls fast durchweg hilfreich, so dass ein Besuch zu empfehlen ist – sofern man der englischen Sprache mächtig ist und Tipps zum Klicken in Windows-Menüs von der englischen auf die deutsche Version zu übertragen vermag.
Gut sind die Support-Optionen. Zwar muss man sich erst umständlich mit der Seriennummer des Gerätes registrieren und erfährt nicht sofort, worin dabei die Vorteile liegen. Doch das bereits erwähnte Support-Forum sowie der umfangreiche Telefon- und Online-Support via Chat und Online-Wissensdatenbank sind sehr hilfreich. Die eingeschränkte internationale Garantie von einem Jahr lässt sich gegen Aufpreis verlängern. Bei einem so schweren Gerät wie dem M70-236 würde aber für die meisten der Käufer eine nationale Garantie, die dafür einen längeren Zeitraum abdeckt, sicher sinnvoller sein.
Was fehlt? Dass WinDVD nicht in der neuesten Version vorliegt, lässt sich verschmerzen, ebenso wie eine fehlende Notebook-Tasche. Wie bereits eingangs erwähnt ließ sich beim Testgerät die DVD-Wiedergabe ohne laufendes Windows nicht
aktivieren – das ginge auch besser. Klare Aussagen zum Treiber- und Tools-Support für Windows Vista sind erst für die zweite Jahreshälfte zu erwarten. Eine Online-Chat-Möglichkeit sollte wie bei HP ohne großen Registrierungsaufwand möglich sein, die Versorgung mit aktuellen Grafikkarten-Treibern ist mangelhaft.
Die probeweise Installation von Windows Vista führt zu gemischten Ergebnissen. Ein Update der vorinstallierten Windows XP Home Edition mit der deutschen Vista-Version von Februar (5308) scheitert mit einem Blue Screen. Die Installation einer aktuelleren englischen Version auf einer frisch formatierten Partition verläuft hingegen reibungslos. Das Setup und Windows Update erkennen die gesamte Hardware außer dem Modem, dem Multikartenleser und der Realtek-AC’97-Soundkarte. Diese Probleme sollten aber bei der für Anfang nächsten Jahres zu erwartenden finalen Version von Vista nicht auftreten. Daher ist das Satellite M70-236 mit sehr hoher Wahrscheinlichkeit ein voll Vista-taugliches Notebook.