Das Tecra M4 von Toshiba ist ein kompaktes und stabiles Kraftpaket für den mobilen Anwender. Durch seine Tablet-PC-Funkionalität hebt sich das Convertible-Notebook positiv von der Masse „normaler“ Notebooks ab. Vor allem dank der mittlerweile recht „verständnisvollen“ Handschriftenerkennungssoftware hat der Nutzwert im
Toshiba Tecra M4: Das per Tablet Pen bedienbare Display erleichert das Arbeiten.
Tablet-PC-Modus stark zugenommen, so dass man durchaus flüssig in diesem Modus arbeiten kann. Eine saubere Kalibrierung des Tablet-Pen und eine Eingewöhnung in die Möglichkeiten der Software sollte hierbei eine Selbstverständlichkeit sein.
Die verwendeten Materialien sind optisch passend und solide. Auf überflüssige Spielereien hat der Hersteller zugunsten einer bedienerfreundlichen Oberfläche außen und einer sich fast immer selbsterklärenden Technik innen verzichtet. Die Verarbeitung ist solide, nur das optische Laufwerk ist ein wenig wackelig, aber dafür im Betrieb erstaunlicherweise robust und für Stöße unanfällig.
Mit 512 MByte RAM und seinem Pentium M 750 ist er für mobile Office-Aktivitäten und andere Schandtaten gut gerüstet. Im mobilen Betrieb fällt die Akkuleistung etwas vom
Toshiba Tecra M4: Perfekt für Präsentationen in kleiner Runde.
Gesamteindruck ab. Die vom Hersteller angegebenen knapp 3 Stunden 20 Minuten haben wir in der Praxis nie erreicht.
Trotzdem ist das Tecra M4 eine positive Entwicklung in die richtige Richtung und konnte sich alles in allem positiv präsentieren. Es bietet sich besonders für Anwender an, die sowohl auf die klassischen Notebookfunktionen mit Display, Tastatur und Touchpad nicht verzichten wollen, aber andererseits auch gern ihrer künstlerischen Ader frönen, Notizen direkt umsetzen und Lagerlisten direkt am Bildschirm abhaken wollen.
Das Tecra M4 scheint auf den ersten Blick eigentlich nichts Besonderes zu sein. Aber der zweite, genauere Blick verrät, dass es sich hier nicht um ein Allerweltsnotebook handelt – denn das Notebook ist eine Fusion von klassischem Notebook und Tablet-PC, ein so genannter Convertible. In wenigen
Toshiba Tecra M4: Magnesium trifft Kunststoff und schafft stabile Flexibilität
Sekunden verwandelt sich das Gerät dank dreh- und klappbarem Display vom Notebook zum Tablet-PC und zurück. So kann man entweder wie gewohnt mit Tastatur und Touchpad arbeiten oder bei umgelegtem Display per Stifteingabe die berührungsempfindliche Oberfläche des Touchscreen-Displays mit dem Eingabestift als riesige Zeichenfläche oder als Eingabefeld für handschriftliche Notizen nutzen. Das macht Convertibles so interessant: Ein reiner Tablet-PC ist zwar meist flacher und leichter, bietet aber nicht die klassischen Notebook-Funktionen und ist auf reine Stifteingabe beschränkt. Bei einem Notebook fehlt hingegen die Touchscreen- und grafische Funktionalität. Ein Convertible bietet also das Beste aus beiden Welten.
Insgesamt besticht das Design des Tecra M4 durch sein schnörkelloses Understatement. Es ist ein funktionelles Gerät, das kompakt ist, ohne klobig zu wirken. Optisch bietet das Tecra M4 nichts Neues: Das Chassis besteht aus schwarzem Kunststoff, der LCD-Deckel aus leicht aufgerautem, silberfarbenem Magnesium. Die Haptik ist griffig und
Toshiba Tecra M4: Schnörkelloses Design ist auf Funktion getrimmt.
kompakt. Zwei kleine Lautsprecher mit silberfarbenen Abdeckungen und einem Durchmesser von knapp 2 Zentimetern liegen unterhalb der Displaykante. Wie zahllose andere Notebookboxen auch sind sie definitiv kein Ersatz für ein vollwertiges Audiosystem, werten aber den optischen Eindruck etwas auf.
Dann sticht auch schon das Offensichtliche ins Auge: Normale Notebooks haben zwei Displayaufhängungen, unser Tecra M4 nur eine mittig angeordnete, die sich um 180 Grad drehen lässt. Die aus dieser Halterung resultierenden Rückstellkräfte sind deutlich besser, als man auf den ersten Blick vermuten mag. Denn das Display wippt zwar spürbar nach, kommt aber recht schnell zur Ruhe und wird von dem Scharnier fest in jeder gewünschten Position gehalten. Auch der Verschluss unterscheidet sich von herkömmlichen Modellen. Es ist ein Druckverschluss, der eine Kunststofflasche freigibt. Diese Lasche lässt sich um 180 Grad drehen, so dass man das Display nach dem Umklappen in den Tablet-PC-Modus sofort wieder verriegeln kann.
Der Ein-/Ausschalter ist nicht wie üblich auf der oberen Gehäuseschale platziert, sondern findet sich in Form eines Schiebeschalters in der unteren linken Ecke des Displayrahmens. Macht Sinn, denn so kann man den Convertible auch im Tablet-PC-Modus jederzeit problemlos ein- und ausschalten. Der Blick über die Tastatur zeigt uns einen kleinen blauen TrackPointer, der sehr saubere Arbeitet
Toshiba Tecra M4: Die Navigationsfläche des Touchpads ist recht klein.
leistet und als Mausersatz oder Mauserweiterung zu verstehen ist. Mit ihm lassen sich die schnellen, raumgreifenden Bewegungen besser durchführen, für die Feinarbeit sollte man weiterhin das Touchpad oder eben per Stift den kompletten Touchscreen benutzen.
Der unter der Tastatur liegende Touchpad-Komplex ist durch eine großzügige silberfarbene Magnesiumumrandung abgesetzt und besteht neben der reinen Pad-Fläche aus vier großen Tasten sowie zwei integrierten Scrollleisten. Die beiden oben liegenden Tasten werden beim Betrieb des von Toshiba AccuPoint genannten TrackPointers als linke und rechte Maustaste genutzt, die beide unteren kommen dagegen bei Touchpad-Benutzung zum Einsatz. Das Touchpad selbst arbeitet exakt und ohne Verzögerung, fällt aber von der zur Verfügung stehenden Fläche ausgesprochen klein aus. Besonders große Männerhände haben hier Gewöhnungsprobleme. Das vertikale und horizontale Scrollen funktioniert ebenfalls tadellos, allerdings interferiert man anfangs immer wieder mal mit normalen Mausbefehlen.
Die Tastatur weist ein weiches Anschlagsgefühl auf und lässt sich mittig leicht durchdrücken. Sie ist bis auf die nicht L-förmig ausgeführte Enter-Taste klassisch gehalten und wird Neueinsteigern oder Umsteigern keine großen Probleme bereiten. Eine andere Möglichkeit der Eingabe – und das ist die Besonderheiten des Tecra M4 gegenüber herkömmlichen
Toshiba Tecra M4: Keine Spielerein! Konzipiert zum Arbeiten ohne wenn und aber.
Notebooks – ist die Verwendung des an der rechten Seite eingesetzten Tablet Pen, mit dem man die Tablet-Funktionen steuern und generell den das komplette Display umfassenden Touchscreen bedienen kann. Die Touchscreen-Funktionalität ist auch im Notebook-Modus gegeben, aber so richtig Sinn macht die Stiftbenutzung erst bei umgelegtem Display im Tablet-PC-Modus. Dennoch ertappten sich die Testredakteure immer wieder dabei, dass die Stifteingabe auch im Notebook-Modus oft genug das Touchpad ersetzte – diese Form der Eingabe ist schlichtweg simpel und praktisch. Hat man sich erst einmal an diese alternative Eingabemöglichkeit gewöhnt, möchte man sie nicht mehr missen. Mit dem Tablet-PC-Modus sollte man sich anfänglich etwas intensiver beschäftigen. Sonst kann es nämlich passieren, dass die handschriftlich oder per Bildschirmtastatur eingegebenen Daten weg sind – sie werden nämlich nur temporär zwischengespeichert. Man sollte also zuerst das Programm öffnen, in das man die Daten später importieren will… Die Handschriftenerkennung im Tablet-PC-Modus arbeitet erstaunlich gut. Dennoch sollte man natürlich versuchen, möglichst sauber zu schreiben. Das reduziert das Aufkommen seltsamer Wortkreationen enorm. Die Eingabe per Bildschirmtastatur im Tablet-PC-Modus funktioniert tadellos, man kann bei richtiger Stiftkalibrierung recht schnell und genau arbeiten.
Aber wie sieht das Ganze in der Praxis aus? Unser Härtetest im holprigen Regionalexpress zeichnet ein durchaus befriedigendes Bild. Das Display wippt zwar relativ stark hin und her, aber der Ablese- und Eingabekomfort ist nicht schlechter als bei anderen Notebooks. Also nutze man einfach die Tablet-Funktionalität, oder? Also flugs das Tecra M4 in den Tablet-PC-Modus versetzt und los geht es. Versucht man unter diesen Bedingungen einen sinnvollen Text per Handschrifteneingabe zu schreiben, möchte man sich manchmal
Toshiba Tecra M4: Toshiba liefert neben der Recovery-DVD nur das Nötigste mit.
die Haare raufen oder herzhaft lachen. Denn die Vibrationen im Zug verwackeln die Eingabe etwas. Optisch geht das Resultat zwar durchaus als leserliches Schriftbild durch, aber die Handschriftenerkennung hat hier schon einige Probleme und steuert ab und an interessante Wortkreationen bei, die man dann per Bildschirmtastatur redigieren muss. Sonst wird aus dem Leser des Notebookjournals ein Leser des „NOTE Book500RNALs “. Wenn man es aber schafft, wirklich ruhig und sauber zu schreiben, dann macht die Erkennung gut mit. In öffentlichen Verkehrsmitteln wie Bahn, Bus oder Flugzeug sollte man sich entweder einen Tisch suchen oder das Gerät lieber gleich im Notebookmodus benutzen.
Bietet genügend Leistung für Bürojobs
Dank einer 1,86 GHz schnellen Pentium-M-CPU und 512 MByte
Toshiba Tecra M4: Das Laufwerk ist im Betrieb sehr robust und stoßunanfällig.
flinken 533er DDR2-RAMs bietet das Tecra M4 genügend Performance, um typische Office-Anwendungen problemlos zu absolvieren. Beide Komponenten sind an einen i915PM-Chipsatz von Intel angebunden, was das Gerät als Centrino-Gerät der neusten Generation („Sonoma“) ausweist. Wem der Arbeitsspeicher so nicht ausreicht, kann problemlos auf bis zu 2 GByte RAM aufrüsten. Für die Grafik zeichnet Nvidias Geforce Go 6200 verantwortlich, die zwar jeder beliebigen On-Chip-Grafik vorzuziehen ist, aber für anspruchsvollste Multimediaanwendungen oder rasante 3D-Spiele denkbar ungeeignet ist. Die im Benchmark-Test erzielten Werte sind nicht weltbewegend, aber für ein Convertible mit Microsofts Windows XP Tablet PC Edition 2005 durchaus okay.
Toshiba Tecra M4: Der Lüfter meldet sich sporadisch vernehmlich zu Wort.
Hinsichtlich der Kernkomponenten sieht es bei dem 2700 Euro teuren Convertible also prinzipiell gut aus. Aber da Kraft bekanntlich von Kraftstoff kommt, interessiert uns natürlich die dazugehörige Akkulaufzeit enorm. Wir trennen das Tecra M4 um 8:50 Uhr vom Netz, legen als erstes eine Musik-CD ein und starten das Windows-Update. Parallel installieren wir ein paar Programme zwischen 10 und 50 MByte und sehen, dass die Lastanzeige der CPU kaum über 30 Prozent geht. 9:30 Uhr zeigt unsder Akku 70 verbleibende Prozent an und meint, wir hätten noch eine Stunde und 19 Minuten Luft. Jetzt surfen wir auf ein paar Seiten mit multimedialen Inhalten und sehen uns einige Kino-Trailer an. Die CPU zeigt selten mehr als 25 Prozent Last an, allerdings vermeldet der Akku um 10 Uhr nur noch 39 Prozent Ladung und geschätzte 41 Minuten Laufzeit
Toshiba Tecra M4: Dank LAN, WLAN, Bluetooth und IR findet man immer Anschluss.
an. Wir surfen ein bisschen und öffnen parallel 2 bis 3 MByte große Bilder über den Viewer, die dann mit Photoshop Elements bearbeitet werden. Alles geschieht recht flüssig und ohne dass der Rechner meckert. Als nächstes suchen wir uns eine Online-Spiele-Seite und versuchen uns an ein paar Flash-Games. Selbst hier geht die CPU kaum mal über 50 Prozent. Dafür springt uns aber um 10:30 Uhr ein rotes Kreuz von der Akkuanzeige her an und meint, dass uns noch 3 Minuten und 3 Prozent bleiben. 5 Minuten später, um 10:35 Uhr, schaltet sich das Notebook dann final ab, der Saft ist raus. Gesamtlaufzeit also 1 Stunde und 45 Minuten bei ordentlichem Gebrauch.
Die Ladezeit des Akkus ist auch nicht von schlechten Eltern. Nach einer Stunde ist eine Ladestand von 50 Prozent erreicht, für die nächsten 45 Prozent braucht er allerdings happige 2 Stunden und vierzig Minuten. Noch eine halbe Stunde später haben wir es dann geschafft: Die 100 Prozent sind erreicht – nach insgesamt mehr als 3 Stunden...
Toshiba Tecra M4: Kein Leichtgewicht, lässt sich aber dennoch einfach benutzen.
Anschließend nutzen wir das Gerät im Tablet-Modus, der den Akku innerhalb einer Stunde auf unter 60 Prozent Füllstand leert.
Natürlich ist bei einem schnellen Notebook auch das Betriebsgeräusch äußerst interessant. Das Tecra M4 zeigt sich in dieser Hinsicht als durchschnittlicher Vertreter seiner Zunft. Der Lüfter läuft nicht konstant durch, sondern legt nach Schweigeperioden immer mal wieder den Turbo ein. In diesen Perioden ist das Lüftergeräusch zwar sehr deutlich vernehmbar, auf Grund seiner tiefen Tonlage werden es die meisten User aber wohl nicht als extrem störend empfinden.
EasyGuard schützt die Festplatte
Die Ausstattung des Toshiba Tecra M4 Tablet ist typisch für einen Allrounder: 80 GByte große und ausreichend schnell Festplatte, DVD-Brenner mit Double-Layer-Kompatibilität
Toshiba Tecra M4: Alles was ein mobiler Arbeitsplatz braucht - mit Sicherheit.
sowie alle Kommunikationsschnittstellen, die man von einem zeitgemäßen Produkt erwarten kann: LAN, WLAN, Modem und sogar Infrarot und Bluetooth sind in den Convertible integriert. Der mobile Zugang zum Internet sollte also in allen Ausbaugebieten gegeben sein, die drahtlose Verbindung zu Kleintechnik wie PDA und Handy stellt dank Bluetooh und Infrarot ebenfalls kein Problem dar. Ein kleines Goodie ist die Optik die das Toshiba ConfigFree, des futuristisch wirkenden WLAN-Konfigurationsprogrammes von Toshiba. Wie bei einem Planetensystem kreisen die verfügbaren WLAN-Access-Points um einen kleinen PC, der den User darstellt – chic.
Toshiba Tecra M4: Das SD-Format ist der verbreitetste Speicherkartenstandard.
Der DVD-Brenner ist übrigens erstaunlich robust. Wir haben beim Abspielen einer Musik-CD das Laufwerk durch Heben, Senken oder heftiges Schütteln des gesamten Notebooks ein wenig auf Schockeinwirkung getestet, aber das Matshita-Laufwerk unseres Tecra M4 ließ sich nicht beirren und spielte ohne Fehler unterbrechungsfrei weiter. Nur die Aufhängung des Laufwerkes ist etwas wackelig, beim Abstellen des Notebooks klappert es etwas.
Sicherheit ist eines von Toshibas meist genutzten Marketing-Instrumenten. Diese Einstellung manifestiert sich auch in kleinen Details, die den Nutzwert und die Langlebigkeit des Notebooks steigern. So finden sich auf dem Chassis sieben Gummistreifen, die das Display vor Erschütterungen schützen und es im Tablet-PC-Modus sicher arretieren helfen sollen – da klappert nichts. Witzig: Bei Erschütterungen und Vibrationen kommt sofort die Warnung
Toshiba Tecra M4: Der Kensigton Lock ist nur ein Teil des Sicherheitspaketes.
„Es wurden Vibrationen erkannt. Der Schreib-/Lesekopf der Festplatte wurde vorübergehend in eine sichere Position gebracht.“, die den Festplattenschutz visualisiert. Gut zu wissen, dass der Kleine seine Festplatte aktiv vor einem Headcrash und damit totalem Datenverlust schützt. Diese Warnmeldung und die im Hintergrund ablaufende aktive Schadensverhütung an der Festplatte ist Teil von Toshibas EasyGuard–Konzept. Dieses komplexe Sicherheitspaket umfasst unter anderem ein Truted Platform Module (TPM), Passwort-Funktionen, Antivirus-Software und das schon angesprochene Shock-Protetection-Design mit dem Festplattenschutz und einer 3D-Schreib-/Lesekopffixierung, um nur die wichtigsten Module zu nennen.
Das Schnittstellenangebot ist in Ordnung, aber beileibe nicht das Nonplusultra. Drei USB-Schnittstelen, Firewire, TV-Out, VGA, die obligatorischen Sound-Buchsen und ein Slot für secureDigital-Speicherkarten (SD) – das war’s dann schon. Auch wenn die Convertible-Mechanik und der
Toshiba Tecra M4: Etwas mehr Power wäre bei dem dünnen Sound angebracht.
Touchscreen sicher ein großer Kostenfaktor sind, sollte man von einem 2700 Euro tueren Notebook doch ein paar mehr Schnittstellen und beispielsweise ein Gigabit-LAN erwarten können.
Die Softwareausstattung ist ebenfalls durchschnittlich. Symantecs Norton Internet Security 2005 als 90-Tage-Testversion, Intervideos WinDVD, Sonics Record Now!, Microsofts Office OneNote 2003 sowie einige Dienstprogramme finden sich in der Grundinstallation. Allerdings liefern die Japaner sehr gute Hilfe- und Benutzerhandbücher, die online verfügbar sind.
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